Vertikale Spannungen
Die Installation befindet sich im Innenhof von Georg Trakls Geburtshaus. Die Klangmodule sind in
einer vertikalen Linie entlang der Hausfassade positioniert. Dies ermöglicht es, das Klangmaterial
entlang dieser Achse auszurichten und aus der Tiefe des Brunnens empor zu führen.
Die Maske als formgebendes Element für die Klangmodule, agiert als eine Art negativer,
personifizierter Spiegel (lat. „personare“ - „hindurchtönen“).
Eingeleitet durch die Glockenschläge des Salzburger Doms, beginnen sich im Inneren der Zisterne
eben diese mit Fragmenten von Georg Trakls Werk zu verschmelzen. Durch Verfremdung und
Rhythmisierung des Materials wird ein neues Spannungs- und Assoziationsfeld aufgebaut, ähnlich
einem Mantra oder Gebet.
Anfang und Ende der jeweils verwendeten Gedichte verlieren so zunehmend an Bedeutung und
werden als eine fragmenthaftes Ganzes erfahren.
Das Aufsteigen des Materials nach Oben bildet die Suche nach eigenständiger Transzendenz, einer
geistigen und künstlerischen Selbstverwirklichung, entlang der Vertikalachse.
„Als er sich von seinem Gott verlassen sah, dem er zeitlebens nachgesonnen, nachgesungen hatte, als dieser
Gott sich im galizischen Schlachthaus in Nichts auflöste, blieb ihm die Schwester als einzige sinnvolle
Realität. An Trakls Ende steht nicht eine Fiktion, sondern ein Mensch!“ 'Georg Trakl: In Selbstzeugnissen und
Bilddokumenten' von Otto Basil erschienen im Rowohlt Verlag